Start für unsere diesjährige Mehrtagestour in die Sächsische Schweiz war am Morgen des 17.6.26. Da wir einige Teilnehmer aus weiter entfernten Orten dabeihatten, und wir in Fahrgemeinschaften mit drei PKWs unterwegs waren, war unser erster gemeinsamer Treff in Stuhr. Nach „Hallo“ und voller Vorfreude sollte es erst einmal weiter nach Braunschweig gehen, aber nach knapp 2 km Fahrt hatte unser Gerd eine Autopanne. Die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt brachte dann Gewissheit: es geht für 3 von unseren Wanderfreunden erst einmal nicht weiter. Aber nach einer kurzen Absprache vor Ort hatten wir eine Lösung gefunden.
So fuhren wir mit 2 Pkws zuerst nach Braunschweig, um Katharina mitzunehmen, anschließend auf direktem Weg nach Wehlen in der Vorderen Sächsischen Schweiz.
Wehlen ist neben Pirna das „Tor“ zur Sächsischen Schweiz und eine sehr nette Kleinstadt
an der Elbe. Nach dem turbulenten Start am Morgen blieb bis zum Abendessen zwar nur wenig Zeit, den Ort mit seiner Burgruine zu erkunden, aber die ersten Eindrücke entschädigten alle für eine lange Anreise.
Unsere drei Nachkömmlinge erreichten am späteren Abend erschöpft, aber erleichtert ebenfalls das Ziel. Wir alle waren sehr froh, dass keiner von uns zu Hause bleiben musste.
Am ersten Tag vor Ort gab es auch gleich die ersten Highlights: den Uttewalder Grund mit den Teufelsschlüchten, die Bastei und der Abstieg nach Rathen durch die berühmten Schwedenlöcher. Zu Fuß ging es dann oberhalb der Elbe auf einem schmalen Pfad nach Wehlen zurück. Fazit des ersten Tages: ca. 23 km und mehr als 1000 Stufen (auf- und abwärts). Den Abend ließen wir in Dorf Wehlen bei gutem Essen und anschließendem Abendspaziergang zurück nach Wehlen ausklingen.
Der zweite Tag führte uns aufgrund der morgendlich hohen Temperaturen nochmals ein Stück durch den Uttewalder Grund, später jedoch verlief der Weg bergauf durch den Höllengrund zum „Steinernen Tisch“, welcher sich im Basteigebiet befindet.
Nach einer kurzen Pause ging es durch den Wald in Richtung Rathewalde, dort wechselten wir auf den Malerweg und liefen diesen bis zum Amselfall / Amselsee oberhalb von Rathen. Auch am Donnerstag gab es ein stetiges bergauf, bergab. So war der Aufstieg zum Hockstein aufgrund der sommerlichen Temperaturen etwas beschwerlicher als im kühlen Tal, aber am Hockstein wartete die Wolfsschlucht auf uns, ein weiteres Highlight und aufgrund der sehr engen Schlucht wunderbar erfrischend. Die Wolfsschlucht führte uns über enge Eisentreppen direkt ins Polenztal, welches aufgrund der nur schwer zugänglichen Felswände einem gewaltigen Canyon ähnelt. Leider blieb uns ein weiterer Aufstieg nicht erspart, bevor es endlich nach Rathen ging und wir endlich die wohlverdiente große Pause machen konnten. Die S-Bahn brachte uns schließlich zurück nach Wehlen.
Nachdem die ersten zwei Wandertage gefüllt waren mit vielen Eindrücken, zog am dritten Tag anfangs schon ein wenig Wehmut auf. Da wir für den Samstagabend Karten für die Felsenbühne Rathen hatten, war eine kürzere Tagestour geplant, dieses Mal auf der anderen Elbseite. Dort befinden sich die meisten „Tafelberge“, zwei von ihnen wollten wir besteigen. Aber auch da mangelt es nicht an Treppen, steilen Aufstiegen und tollen Aussichten. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Wehlen ging es gleich etwas steiler bergan, anschließend an Feldern vorbei zum „Kleinen Bärenstein“, dem ersten kleineren Tafelberg. Der Abstieg führte uns an einer Höhle vorbei zunächst nach Thürmsdorf. Dort befindet sich u.a. ein kleines Schloss und eine Schokoladenmanufaktur einschließlich Café inmitten eines wunderbaren Rosengartens. Der Abstecher mit einer gemütlichen Kaffeepause hat uns allen sehr gutgetan, bevor es wieder einmal ein Stück oberhalb der Elbe auf dem Malerweg entlang ging. Zum Rauenstein führten uns anschließend wieder unzählige, kräftezehrende Stufen. Zu Glück gibt es auf dem Rauenstein eine kleine Gastwirtschaft, die Trinkpause tat gut. Zurück nach Wehlen führte vom Gipfel ein Gratweg, teils gesichert, über zahlreiche Felsen – mit grandiosen Ausblicken in Richtung Bastei. Am Nachmittag waren wir pünktlich zurück in unserer Pension. Für alle etwas Zeit, sich für den Abend einzustimmen. Die S-Bahn brachte uns am späten Nachmittag nach Rathen, mit der Fähre ging es zur anderen Elbseite und danach in einem Fußmarsch von ca. 20 Minuten steil bergan direkt zur Felsenbühne.
Die Aufführung der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber war zum Abschluss noch ein ganz besonderer Höhepunkt, der bei uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Am Sonntagmorgen sind wir nach dem Frühstück mit etwas Wehmut zurück nach Oldenburg gefahren, hinter uns lagen drei intensive Tage und unzählige Eindrücke und Erlebnisse,
bis zum nächsten Mal!