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DAV-aktuell |
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Bericht über die
Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins am 13. und 14. November 2009 in Kempten/Allgäu |
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Kempten, die Stadt, in der die Allgäuer Alpenkette allgegenwärtig ist, war in diesem Jahr die Gastgeberin für den Deutschen Alpenverein. Der Deutsche Alpenverein mit seinen 354 Sektionen, hat nahezu 850 000 Mitglieder. Von den 354 Sektionen waren in Kempten 285 (81 %) vertreten. Von der Sektion Oldenburg nahmen Rita und Josef Klug in Vertretung unseres 1. Vorsitzenden Werner Kaltenborn teil. Die Stimmrechte der Sektionen Oldenburg (12 Stimmen), Wilhelmshaven (10 Stimmen) und Hameln (9 Stimmen) nahmen wir als Delegierte wahr. Rund 650 Delegierte aus 285 Sektionen kamen für zwei Tage zusammen, um sich zu informieren und zu debattieren. In lebhaften Diskussionen wurden viele vereinsintern bedeutende und auch einige darüber hinausreichende Entscheidungen getroffen. Außerdem fanden einige Wahlen statt. Der Präsident des DAV, Prof. Heinz Röhle, eröffnete pünktlich um 14.oo Uhr am Freitag die Hauptversammlung und begrüßte die anwesenden Ehrengäste und Vertreter der alpinen Vereine. Der Freitag war von Grußworten und Ehrungen geprägt. Der Bayerischen Umweltminister Dr. Markus Söder nutzte die Gelegenheit, dem Deutschen Alpenverein als dem weltgrößten Bergsteigerverband „eine gute Arbeit“ zu bescheinigen. Er nannte ihn „Apostel der Berge“. Der Minister sagte höhere Fördergelder, künftig 620.000 € (bisher 120.000 €), des Landes Bayern für den ökologischen Umbau von Hütten und die Sanierung von Bergwegen des DAV zu. „Ich bekenne mich zum Deutschen Alpenverein“, sagte der Bayerische Umweltminister während seiner Rede, und verlieh dieser Aussage dadurch Nachdruck, dass er spontan Mitglied des Deutschen Alpenvereins in seiner Heimatstadt Nürnberg, wurde. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Gerd Müller, wies in seiner kurzen Rede auf die große Bedeutung der Bergsteiger und Bergwanderer für den Umweltschutz hin. Er brachte das auf die kurze Formel „schützen durch nützen“. In eine ähnliche Richtung argumentierte auch der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes Dr. Michael Vesper. „Der Gedanke des Umweltschutzes muss mit dem Sport verbunden werden“, sagte er mit Blick auf die vielen Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, die sich sowohl bergsportlich als auch als Naturschützer engagieren. Auch er kündigte spontan seinen Eintritt in den Deutschen Alpenverein, Sektion Köln, an. Beeindruckend war seine Aussage “im DAV wird Familie gelebt, Kinder lernen das Wandern und haben auch noch Spaß dabei“. |
Die Leutkircher Hütte in den Lechtaler Alpen (Sektion Leutkirch) und die Oberzalimhütte im Rätikon (Sektion Mannheim) wurden mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet. Mit dem Grünen Kreuz wurde Johannes Lohwieser von der Bergwacht Bad Reichenhall für seine außergewöhnlichen Leistungen bei der Bergrettung geehrt. Außerdem wurden einige Gremienmitglieder verabschiedet. Die sehr erfolgreichen Spitzenkletterer Andreas und Christian Bindhammer verabschiedeten sich von der internationalen Wettkampfbühne. Neu ins fünfköpfige Präsidium wurde Michael Knoll als Vize-Präsident gewählt. Der 29-jährige Baden-Württemberger tritt die Nachfolge von Hannes Boneberger an. In den Verbandsrat, das zweithöchste Gremium des DAV nach der Hauptversammlung, wurden zwei neue und zwei „alte“ Mitglieder gewählt: Dr. Guido Köstermeyer ist der neue Bundesausschussvorsitzende Bergsport, Roland Kälberloh ist der neue Bundesausschussvorsitzende Jugend. Dessen Vorgänger Sebastian Balaresque gehört dem Verbandsrat künftig in seiner neuen Funktion als Regionenvertreter des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen an. Und Geert-Dieter Gerrens wurde als Regionenvertreter des Südbayerischen Sektionentages wiedergewählt. Am Samstag standen einige wichtige Entscheidungen an. So wurden etwa die Richtlinien für die Verteilung von Darlehen und Beihilfen für künstliche Kletteranlagen so geändert, dass der Spitzensport verstärkt gefördert werden kann. Beispielsweise sollen in den Hallen vermehrt nationale und internationale Kletterwettkämpfe stattfinden. Außerdem sollen Landes- und Nationalkader noch bessere Trainingsmöglichkeiten vorfinden. Dass der DAV nicht nur Sport- sondern auch Naturschutzverband ist, wurde beim Thema Tempolimit auf deutschen Autobahnen deutlich. Nur selten an anderer Stelle während der Veranstaltung war die Diskussion so lebhaft. Schließlich einigten sich die Delegierten darauf, eine offizielle Empfehlung an alle Mitglieder auszusprechen, nicht schneller als 120km/h zu fahren. Diese Position will der DAV in seinen Veröffentlichungen deutlich machen. Während meiner Vorstandstätigkeit als 2. und 1. Vorsitzender habe ich an insgesamt 18 Hauptversammlungen teilgenommen. Mit Genugtuung konnte ich feststellen, dass das Klima zwischen den Sektionen und den Sektionen und dem Hauptverein freier und unkomplizierter geworden ist. Die Gemeinsamkeiten waren stärker erkennbar. Diese Harmonie war auch dadurch erkennbar, dass am Samstag die Tagung schon um 15 Uhr beendet war, obwohl man offiziell mit mindestens 18 Uhr gerechnet hat.
18.11.2009 Josef Klug, Ehrenvorsitzender |